Hanf-Anbau 2017-04-07T16:35:12+00:00

Hanfanbau

Hanf benötigt eine tiefe Herbstfurche und wird in unseren Breiten von Mitte April bis Mitte Mai ausgesät. Die Saattiefe beträgt 3 bis 4 Zentimeter, auf Moorböden 4 bis 6 Zentimeter. Die Reihenweite wird bei der Gewinnung von Fasern zwischen 10 und 20 Zentimetern eingestellt. Zur Samengewinnung liegt die Reihenweite wie beim Getreide ebenfalls bei rund 10 Zentimetern.

Für die Samennutzung haben sich 35 Kilogramm pro Hektar bewährt. Damit Landwirte allerdings den Kulturpflanzenausgleich (KPA) bekommen, müssen mindestens 20 Kilogramm EU- zertifiziertes Saatgut pro Hektar angebaut werden.Für die Koppelnutzung, also die Ernte von Hanfnüssen und Hanfstroh hat sich ein Anbau von 40 Kilogramm pro Hektar bewährt.

 

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Anspruchsvoll und pflegeleicht

Hanf stellt keine besonderen Ansprüche an die Bodenqualität und gedeiht fast überall. Am besten geeignet sind allerdings tiefgründige, humöse, kalkhaltige Böden mit guter Wasserversorgung, die neutral bis leicht basisch sein sollten. Hanf stellt keine besonderen Ansprüche an die Vorfrucht, gilt aber selbst als gute Vorfrucht hinsichtlich der Unterdrückung von Unkraut, der Auflockerung des Bodens durch sein verzweigtes Wurzelsystem und seiner hohen Selbstverträglichkeit.

Ungeeignet sind sehr arme Sandböden, Böden mit Staunässe oder kaltfeuchte Standorte. Hanf findet gute Bedingungen auf Neukulturflächen. Die besten Erträge werden im gemäßigten Klima erbracht, wobei die Jungpflanzen auch leichte Nachtfröste bis – 5° C überstehen. Das Temperaturminimum für die Keimung liegt bei 4 bis 5° C, was in einer nicht zu frühen Aussaat zu berücksichtigen ist.

EU-konform

Beim Anbau ist es wichtig, dass eine Sorte verwendet wird, die im EU-Sortenkatalog aufgelistet ist, da nur diese für den legalen Anbau von Lebensmittelhanf erlaubt sind. Der Landwirt muss das Originaletikett des Saatgutsackes an die Agrar Markt Austria (AMA) schicken, bzw. dieses mit dem Mehrfachantrag bei der BBK abgeben, um zu belegen, dass es sich um Originalsaatgut handelt, das laut EU-Sortenkatalog erlaubt ist. Während des Wachstums werden stichprobenweise Muster gezogen und auf THC (Tetrahydrocannabinol) untersucht.

Der Anbau von Hanf bringt folgende Vorteile für die Landwirtschaft:

faviconkeine Unkrautbekämpfung und kein Pflanzenschutz erforderlich

faviconausgezeichnete Vorfrucht

faviconverbessert die Böden durch weitverzweigtes und tiefes Wurzelsystem

faviconpositive Auswirkung auf die Bodengare

faviconStroh-Reststoffe als wertvoller organischer Dünger

faviconselbstverträglich – wiederholter Anbau ist am gleichen Acker möglich

faviconkeimt rasch und verdrängt Unkraut, besonders für Bio-Bauern interessant

faviconsehr guter Deckungsbeitrag bei Nutzung von Korn und Stroh (Koppelnutzung)

AgrarMarkt Austria

Im Merkblatt von AgrarMarkt Austria finden Sie wichtige Informationen rund um den Hanfanbau in 2017.

Sie können das AMA-Merkblatt 2017 gerne bei uns anfordern oder gleich hier als pdf downloaden.