Dorfgemeinschaft Hanfthal 2016-10-26T11:44:18+00:00

Dorfgemeinschaft Hanfthal

Das Thema Hanf wird im Ort sichtbar gelebt. Der örtliche Bäcker erzeugt seit 1999 Hanfgebäck, seit 2005 gibt es den Hanfwirt mit Hanfspezialitäten auf der Speisekarte und der touristische Leitbetrieb die Therme Laa hat eine Hanfkosmetikserie entwickelt und bietet Massagen mit Hanföl an. Mit der Errichtung des Hanfmuseums, des Hanferlebnispfades und des Dorfkellers als Hanfentwicklungszentrums, bei dem Hanf als Baustoff verwendet wurde, wurde die Basis für das Hanf-Themendorf geschaffen.

Hanfthal gehört zur Katastralgemeinde Laa an der Thaya und hat etwa 580 Einwohner. Die erste urkundliche Erwähnung von Hanifthal (heute Hanfthal) stammt aus dem Jahre 1149. Der Ort ist schon seit seiner Gründung für den Hanfanbau bekannt.

Bei Hanfthal handelt es sich um ein Rundangerndorf in dessen Zentrum sich ein Mulde-Tal (= Dorfteich) befunden hat, der den Landwirten zum Einweichen (= Rösten) des Hanfes gedient hat. Daher leitet sich der Name Hanifthal ab. Hanif ist der frühere Name für Hanf. Eine Schenkung eines Hanifpoint (=umzäuntes Grundstück hinter dem Haus) des Jörg Valbacher an seine Frau aus dem Jahre 1356 weist erstmals urkundlich auf den Hanfanbau hin (OSR Friedrich Winna, 1989).

1999 hat sich die Dorfgemeinschaft Hanfthal im Rahmen der 850-Jahr-Feier umfassend mit der Thematik Hanf zu beschäftigen begonnen und besann sich seiner Wurzeln. In diesem Rahmen wurde ein Hanfmuseum geschaffen, das Ausstellungsmaterial des österreichischen Hanfinstitutes beinhaltet. 2004 wurde aus touristischer Motivation erstmalig wieder großflächig Hanf angebaut. Danach folgte ein Schritt nach dem anderen: die Entwicklung eines Hanf-Erlebnispfades mit ausgebildeten Hanfführern und die Eröffnung des Hanfthalhofs durch den Hanfwirt Wagner, der auch einen Hanfshop führt. 2006 folgte die Gründung einer Hanfstrohverwertung GmbH (HSV), die sich die Unterstützung der Bauern zum Ziel gesetzt hat. Dabei geht es nicht nur um die Erntetechnik des Kornes, sondern auch darum, eine Möglichkeit zu finden, das Hanfstroh sinnvoll zu verwerten.

 

rundangerdorf

Hanfthal: Dorfgemeinschaft von Hanfwirt, Hanfbauern, dem Hanf-Erlebnispfad und dem Hanfbäcker, der jeden Freitag Hanfbrot anbietet.

Seit 2007 wird der Hanf-Erlebnispfad wöchentlich im Rahmen der Erlebnistouren im Land um Laa genutzt. Als neue Partner wurden der Winzer Spazierer, der Hanf-Wein produziert, und die Therme Laa, die eine Senses Hanföl-Massage und Hanfölsaunaaufgüsse in ihr Programm aufnahm, gewonnen. Mittlerweile gibt es eine eigene Hanf-Kosmetiklinie und auch Hanf-Lebensmittel sind im Thermenshop erhältlich. Eine weitere Aktivität der letzten Jahre ist das Erstellen des Hanf-Erlebnispfades  gemeinsam mit der Gemeinde Reingers.

In Hanfthal werden die Sorten Fedora 17 und USO 31 angebaut, die erfahrungsgemäß den größten Ertrag haben.

Niederösterreich ist in Österreich das zentrale Anbaugebiet für Hanf und viele Ortsnamen wie Amstetten (Hampstätten) oder auch Hanfthal bei Laa an der Thaya sind auf den Anbau und die Bearbeitung von Hanf zurückzuführen. In landwirtschaftlichen Statistiken ist Hanf seit 1850 als Öl- und Faserpflanze zu finden. Im Jahr 1873 hat man rund 40.000 ha Hanf angebaut. Zwischen den Jahren 1969 bis 1995 wurde kein Hanfanbau in Österreich betrieben (Mayrhuber et al., 1997). Gleichzeitig mit der neu eingeführten Erlaubnis des Hanfanbaus 1995/96 regelt die Marktordnung der Europäischen Union (EU) die Förderungen für Hanf. Die Verordnung Nr. 1558/93 vom 14. Juni 1993 besagt, dass hauptsächlich die Fasernutzung gefördert wird. Zur gleichen Zeit wurde festgelegt, dass die Ernte erst nach der Samenreife erfolgen darf, wodurch jedoch eine Produktion von hochqualitativen Fasern nicht mehr möglich ist, da für diese die Ernte vor der Samenreife erfolgen müsste. Daher bedarf es bei der Ernte eines enormen Feingefühls der Landwirte!

Zusatzinfo:
EU-weit ist der Gehalt an THC durch die Verordnung (EG) Nr. 1529/2000 geregelt. Diese hält fest, dass nur Hanfsorten, deren festgestellter THC-Gehalt 0,3 %, und für die folgenden Wirtschaftsjahre 0,2 %, nicht übersteigt, zum Einsatz kommen dürfen (EUR-Lex, 2009d). Welche Sorten zur Voraussetzung für Fördermittel angebaut werden dürfen ist im gemeinsamen Sortenkatalog der EU geregelt. Dieser beinhaltet Sorten die einen THC-Gehalt von unter 0,3% aufweisen (Mayrhuber et al., 1997). Im gemeinsamen Sortenkatalog sind seit Ende Juni 2009 43 Sorten angeführt (EUR-Lex, 2009b).

www.hanfthal.at